Um den zunehmenden logistischen Anforderungen gerecht zu werden, hat die Obstgenossenschaft JUVAL in Kastelbell ein neues Hochregallager errichtet.
Das Hochregallager entlastet die Kühlzellen
Kastelbell – Die umfassende Produktvielfalt und die unterschiedlichen Sortierklassen der zahlreichen Apfelsorten stellen die landwirtschaftlichen Obstgenossenschaften vor große logistische Herausforderungen. Um die internen Abläufe effizienter und für die Kunden transparenter zu gestalten, sind automatisierte Hochregallager eine optimale Lösung. Für die Umsetzung des Bauvorhabens der Genossenschaft JUVAL mussten in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kastelbell-Tschars die urbanistischen Voraussetzungen geschaffen werden. Für eine möglichst schnelle Abwicklung erfolgte parallel dazu die Einreich- und Ausführungsplanung. Dabei mussten die gegebenen örtlichen Platzverhältnisse, die Bodenbeschaffenheit, die vorhandene Gebäudestruktur sowie die Anforderungen der Genossenschaft berücksichtigt werden. Die Planung des Hochregallagers und die Projektleitung übernahm das Planungsbüro Pohl + Partner aus Latsch mit Ingenieur Michael Hofer. Die Planung der Elektroanlagen und die Brandschutzplanung wurde vom Ing.-Büro Janser & Fleischmann aus Latsch durchgeführt, die Sicherheitskoordinierung von Ing. Josef Alber aus Schlanders. Kurt Wellenzohn von der OG Mivor betreute als Projektverantwortlicher die gesamte Anlagentechnik. In der Planungsphase galt es eine optimale Lösung zur Einbindung des neuen Lagers im Produktionsablauf zu finden. In der Ausführungsphase galt es vor allem, die Umsetzung der Arbeiten innerhalb des sehr knappen Zeitfensters sicherzustellen und für eine optimale Abstimmung der zahlreichen ausführenden Firmen und Handwerksbetriebe zu sorgen.
Zeit ein wichtiger Aspekt
Im Dezember 2017 wurde mit den Abbrucharbeiten des alten Zellentraktes begonnen; nach den Vorbereitungsarbeiten konnte im Jänner 2018 mit den Betonarbeiten für die Fundamentplatte und Ende März mit dem Regalbau begonnen werden. Mitte August waren die Arbeiten im Inneren des Gebäudes abgeschlossen, so dass mit der Ernte 2018 in den Vollbetrieb gestartet werden konnte. Die Gestaltung der Außenfassade des Hochregallagers sowie die Außengestaltung der Freiflächen hat sich verzögert und wird Anfang 2019 abgeschlossen. Im fertiggestellten Hochregallager können bis zu 18.480 Großkisten, das entspricht ungefähr 6000 Tonnen Äpfeln, zwischengelagert werden. Das Hochregallager entlastet als gekühltes Zwischenlager die Lagerzellen, die so für die Langzeitlagerung genutzt werden können.
Alois Alber, Obmann der OG Juval (l) und Ing. M. Hofer
von Pohl + Partner
„First in, first out“
Ein hochautomatisiertes Lagerverwaltungssystem erfasst jede einzelne Kiste im Lager und kann sie vollautomatisch mit einem Wagen aus dem Kistenstapel herausholen. Die Verweildauer der Kisten im Hochregallager ist kurz. Dieses verbesserte Lagermanagement bedeutet somit, dass man immer Zugriff auf die Ware hat und stets nach dem Prinzip „first in, first out“ handeln kann. Diese Automatisierung durch das Hochregallager gibt eine Flexibilität. Ab 2019 wird in der OG JUVAL die Bioware aus dem gesamten Vinschgau sortiert, verarbeitet und verpackt.
von Ingeborg Rechenmacher